Gemeindebericht 2020

Was hat uns als Gemeinde in diesem besonderen Jahr bewegt? Welche Veranstaltungen gab es, was gibt es zu berichten? Die Gemeindeversammlung konnte leider nicht stattfinden, aber den Bericht finden Sie hier:

Coronapandemie 2020 verändert das Gemeindeleben
Nachdem am Anfang des Jahres 2020 noch alles seinen gewohnten Gang nahm, verschärfte sich Anfang März die Lage rund um das Coronavirus.
Die Kirche gab am 10.3.2020 eine Handlungsempfehlung heraus und der KGR beschloss dann am 11.3.2020 unter dem TOP 9 Coronavirus:
„Der Kirchengemeinderat der Ev.-Luth. Kirchengemeinde Wahlstedt beschließt, dass in der Kirchengemeinde bis zum 17.04.2020 keine Gottesdienste, ausgenommen Trauerfeiern, und keine Gruppenveranstaltungen in geschlossenen Räumen stattfinden.“
Damit war die Kirchengemeinde Wahlstedt die erste Gemeinde, die so einen Beschluss fasste, der manchen als sehr wagemutig und vielleicht zunächst übertrieben erschien. Doch am Tag darauf wurde auf der Versammlung aller Bischöfe und Pröpste das gleiche vorgeschlagen und wurde dann landeskirchenweit so umgesetzt.
Das Kirchenbüro, das Jugendbüro und das Friedhofsbüro wurden für den Öffentlichkeitsverkehr zeitweise gesperrt.
Die folgende Zeit war sehr belastend. Viele Trauerfeiern fanden nur in sehr kleinem Rahmen statt, viele Menschen brauchten Hilfe im täglichen Leben, Hygienekonzepte mussten entwickelt werden, Beschilderung hergestellt und Desinfektionsmittel bestellt werden im leergefegten Supermärkten und Fachgeschäften.
Wir lernten es, Videogottesdienste zu halten und einem Zoom-Meeting beizutreten. Das war anfangs nicht leicht, denn oft fehlten die technischen Voraussetzungen. Dank unserer technisch versierten Kolleginnen und Kollegen gelang es uns, wieder regelmäßig Dienstbesprechungen und Sitzungen aller Art stattfinden zu lassen, um die Arbeit miteinander zu tun.
Immer wieder gab es neue Richtlinien und Bestimmungen, die umgesetzt werden mussten. Um das schnell umsetzen zu können, wurde der Corona- Ausschuss eingesetzt, der sich sehr bewährt gemacht hat.
Es wurde Nachbarschaftshilfe ins Leben gerufen und die Tafel als Lieferdienst umorganisiert.
Viele Gruppen fielen aus und die Gruppenleitungen mussten sich Wege ersinnen, mit allen in Kontakt zu bleiben.
Neben allen zu bewältigenden Aufgaben, und Problemen, neben allen Gefahren und Ängsten, die diese Coronapandemie mit sich gebracht hat, wurden so auch viele neue kreative Wege beschritten, die vielen Menschen auch die Kirche wieder nähergebracht haben.
Dieser Gemeindebericht erzählt aus unserem Gemeindeleben, das in diesem Jahr neue Wege finden musste, neue kreative Konzepte entwickelt hat und den Kontakt zu allen Gemeindegliedern und darüber hinaus zu allen Menschen, die in unserer Nähe wohnen und leben, halten wollte.

Gottesdienste
Viele verschiedene Gottesdienste wurden trotz aller Einschränkungen im Laufe des Jahres gefeiert. Der Gottesdienst mit den Sternsingern war noch so wie immer, zu Ostern waren Zweierteams im ganzen Gemeindegebiet unterwegs und gestalteten „Straßengottesdienste“ an mindestens 16 Orten (oft brachte es spontanen Applaus von den Balkonen der Hochhäuser), zu Himmelfahrt gab es einen Spaziergang-Gottesdienst, im Sommer einen Familiengottesdienst auf der Picknickdecke und die Teamereinsegnung im Garten des Universalgebäudes. Einige wenige Taufen haben wir gefeiert; meistens draußen, und dabei festgestellt, wie gut das geht im Bibelgarten und vor der Kirche oder im Vorgarten der Familien. Auch die meisten der 24 Kleingruppen-Konfirmationen fanden vor der Kirche statt. So war gemeinsames Singen möglich und es entstand eine sehr persönliche, lockere und trotzdem festliche Atmosphäre. Vor der Kirche wurden auch einige Beerdigungen und die Lichterandacht am Vorabend des Totensonntags begangen: Für jede*n Verstorbene*n brannte eine Kerze, die Angehörigen waren dazu persönlich eingeladen worden. Nach wie vor bereichern Prädikantin Angelika Remmers und Prädikant Felix Meiborg sowie verschiedene Lektorinnen und Lektoren das Team derer, die in unserer Gemeinde Gottesdienste gestalten.
Wir haben Gottesdienste in unseren Nachbargemeinden Leezen, Todesfelde/Hartenholm und Seth/Stuvenborn/Sievershütten gefeiert und die dortigen Kolleg*innen hier in Wahlstedt vertretungsweise und im Rahmen der Sommerkirche. Auch die meisten Sommergottesdienste fanden unter freiem Himmel statt.
Wir danken an dieser Stelle allen „Schutzengeln“ aus dem KGR und darüber hinaus, die halfen, die Einhaltung der Hygienevorschriften durchzusetzen. Es mussten Namen registriert und an den Mund-Nasen-Schutz erinnert werden, am Anfang wurden sogar die Plätze persönlich zugewiesen. Das war nur mit Unterstützung vieler Helferinnnen und Helfer möglich, die immer wieder neu ansprechbar sind.

Geistliche Angebote
Wegen des Singverbots in geschlossenen Räumen hat in diesem Jahr nur ein einziges Taizé-Gebet stattgefunden, und zwar Mitte Januar.
Während der Sommerferien fand dann eine Andachtsreihe zu den Perlen des Glaubens mit Pastorin Smets im Bibelgarten statt.
Zwei Aktionen halfen dabei, möglichst vielen Menschen Gottes Zuwendung auszudrücken:
- Für die Zeit vom Advent 2020 bis in den zweiten Lockdown hinein hängen an verschiedenen Standorten in Wahlstedt, Fahrenkrug und Wittenborn gelbe Banner oder Flaggen mit der Aufschrift „Seid behütet!“ als besonderer Gruß der Kirchengemeinde in dieser schweren Zeit, die mit Weihnachten zusammenfällt. Diese Aktion wurde von den Kommunen gerne unterstützt.
- Weil der KGR aufgrund der Coronalage und des zweiten Lockdowns alle Gottesdienste zwischen 4. Advent und 10.1.2021 absagte, entstand die Idee zu Weihnachten alle Mitgliederhaushalte durch einen Brief mit einem Gruß und einem Angebot einer Hausandacht anzuschreiben. Diese Idee ließ sich dann postorganisatorisch nur als Anschreiben zum Jahreswechsel umsetzen.
Auch in 2021 wird es wieder ein Angebot der Sternsinger geben: Sternsinger auf Abstand. Viele kreative Idee ermöglichen es, Gottes Segen als Aufkleber 20*C+M+B+21 zu erhalten und seine Spende für notleidende Kinder in Kroatien geben zu können.

Diakonische Arbeit
Tafel
Die Tafel wurde während des ersten Lockdowns croronabedingt umstrukturiert, Es wurde ein Unterstützerkreis ins Leben gerufen mit gut 30 freiwilligen Helfern, die für etliche Wochen einen Lieferdienst betrieben. Der ursprüngliche Mitarbeiterinnenkreis hatte sich aus verständlichen Gründen erst einmal zurückgezogen. Erst zum Sommer hin war es möglich, wieder zu einer gewissen Normalität zurückzukehren: Die Ausgabe findet fortan nur noch unterm Carport statt und mit zugewiesenen Abholzeiten. Aus der Not wurde eine Tugend: Denn die Ausgabe konnte nun mit drei Tischen erfolgen und nicht mehr nur mit einem im enge Ausgaberaum. So wurden schließlich alle Abläufe auch deutlich schneller. Außerdem blieben einige Belieferungen wegen gesundheitlicher Gründe bestehen. Der ursprüngliche Mitarbeiterinnenkreis hat sich inzwischen in zwei Gruppen organisiert, von der immer nur eine anwesend ist.

Kleidermarkt und Spielzeugmarkt
Ein Kleidermarkt fand noch Anfang März statt, doch ein geplanter Spielzeugmarkt konnte nicht durchgeführt werden, weil die Maßnahmen gegen Corona gerade wieder verschärft wurden. An den Herbstkleidermarkt war gar nicht mehr zu denken.

Kleiderstube
Die Kleiderstube allerdings musste lange über die Zeit des ersten Lockdowns geschlossen bleiben. Über den Sommer fand sich ein Hygienekonzept, das in Absprache mit der Stadt eine Ausgabe ermöglichte und den Mitarbeiterinnen eine größere Sicherheit gewehrleistete. Ab der Zeit des Lockdown light wurden die Öffnungszeiten auf die Bedürfnisse der ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen abgestimmt und teilweise eingeschränkt.
Nach wie vor hat die Kleiderstube als soziale Einrichtung für viele Menschen in der Region Wahlstedt eine große Bedeutung, auch bei einigen Tafelkunden. Dennoch lässt sich beobachten, dass die Kleiderstube nicht wirklich bekannt ist. Deshalb hat das Mitarbeiterinnenteam diskutiert, wie eine größere Bekanntheit (und auch Attraktivität) erreicht werden könnte. Dies bleibt als Aufgabe für die Zeit nach Corona bestehen.

Nachbarschaftshilfe
Während des ersten Lockdowns organisierte auf Nachfrage der Supermärkte und der Stadt Pastor Kristoffersen eine Nachbarschaftshilfe. Ein niederschwelliges Angebot zur Hilfe im Alltag. Menschen die Zeit hatten und weniger durch Corona gefährdet waren sollten Menschen in Risikogruppen helfen. Der Zulauf von Helferinnen und Helfern war enorm: In kurzer Zeit fanden sich weit über 40 Personen bereit mit anzupacken. Allein Menschen, die Hilfe suchten, meldeten sich nicht. Es gab hin und wieder Unterstützungsanfragen bei Umzügen, plötzlichen Notlagen, aber nur vier Mal Anfrage für regelmäßige Hilfe beim Einkaufen. Etliche Helfer fand dann Einsatzmöglichkeiten beim Lieferservice der Tafel. Nach der ersten Lockdownzeit blieben einige Beziehungen bestehen, die meisten zogen sich aber wieder zurück. Und der jetzige Lockdown führt trotz Aufrufs nicht zu Nachfragen, weder bei Helfern noch bei Hilfsbedürftigen. Möglicherweise ist die Selbstorganisation für nachbarschaftlich Hilfen so hoch, dass es keiner Agentur über Kirche oder Stadt bedarf. Dennoch gilt allen Helferinnen und Helfern ein besonderer Dank!

Blaues Kreuz
Die Regionalgruppe des Blauen Kreuzes trifft sich als wohl eine der ältesten Gemeindegruppen nach wie vor. Gute 25 Suchtkranke und deren Partner kommen wöchentlich zusammen, um sich gegenseitig im Leben Halt zu geben, Probleme mit Suchtfragen zu besprechen und ganz niederschwellig geistliche Impulse aufzunehmen. Es ist eine sehr gemischte Gruppe aus langjährigen und neuen Mitgliedern, die eine sehr gut integrative Arbeit leisten.
Für diese Gruppe ist es besonders schwer in Lockdown-Zeiten. Denn Treffen sind nicht möglich, obwohl sie seelsorgerlich oder psychologisch nötig wären. Dankbar wurde das Angebot des KGRs aufgenommen, sich in den Zeiten des Lockdown light treffen zu dürfen, aber letztlich nicht angenommen, weil bei etlichen Mitgliedern viele Vorerkrankungen bestehen.

Förderkreis Wandumbi
Der Förderkreis unter Federführung von Uli Vorlauf besteht nun 25 Jahre. Und genau diese Zeit ist die Kirchengemeinde mit den Partnern in Kenia in den Orten Wandumbi und Komothai verbunden, konkret mit den Schulen für behinderte Kinder, den Lehrkräften und den Pastoren der Kirchengemeinden und besonders mit Pastor Gibson Gichuki, auf den diese Arbeit zurückgeht.
Diese lange Zeit ist daran zu erkennen, dass im Dezember 2019 Uli Vorlauf seinen 70 Geburtstag feierte, dass im Frühjahr Gibson Gichuki in seinen Ruhestand verabschiedet wurde und dass für November 2020 auf dem Martinsmarkt die 25-Jahres-Feier geplant war, die dann leider coronabedingt nicht stattfinden konnte. Die organisierte Besuchsreise von Pastor Gichuki, seiner Frau und den Schulleitung aus Wandumbi und Komothai und der ehemaligen Schulleiterin aus Komothai war nicht möglich. Mit allen Zuschussgebern wurde eine hoffnungsvolle Verschiebung in den Sommer von 2021 vereinbart.
Die lange Zeit der Partnerschaft ist auch daran abzulesen, dass in beiden Schulstandorten mit Wahlstedter Hilfe über den Förderkreis die schulischen Gebäude und die Unterrichtsmöglichkeiten stetig ausgebaut werden konnten. Seit Anfang 2019 wird in Komothai an einem Merkzweckbau gearbeitet. Hier kam es leider Ende 2019 zum ersten Mal in dieser Partnerschaft zu Problemen, die nicht mehr von Deutschland aus zu verstehen geschweige denn zu regeln waren. Ende Februar reisten Uli Vorlauf und Pastor Kristoffersen nach Komothai, klärten die Schwierigkeiten auf und sorgten für reibungslose Abläufe.
Erste Wechsel im Vorstand fanden statt und es zeigt sich, dass diese gute vertrauensvolle Arbeit für die Zukunft weiterentwickelt werden sollte. Beim Besuch im Februar starteten erste engere Bindungen der Gemeinden, konnten aber wegen Corona nicht weiter vertieft werden. Auch dies steht für 2021 als Aufgabe an. Erste Wünsche zur Mitarbeit im Arbeitskreis sind eingegangen wie auch Anfragen für eine Reise nach Kenia.

Keksverkauf zugunsten von Wandumbi
Die beiden letzten Martinsmärkte hatten einen „Verkaufsschlager“: Selbstgebackene Kekse. Obwohl der Martinsmarkt ausfiel, wurden sie immer wieder nachgefragt. So entstand die Idee, in der Vorweihnachtszeit „Adventskekse to go“ anzubieten und zu liefern. Ein voller Erfolg. Nachdem in den ersten zwei Adventswochen die meisten Abende im Pastorat Segeberger Straße gebacken wurde, brachte der Verkauf mehr als das Doppelte des Verkaufs auf dem Martinsmarkt ein. Dieses Geld kommt dann über den Förderverein Wandumbi und Komothai zusätzlich zu Gute. Ein großes Dankschön an alle Bäckerinnen und Boten.

Angebote für Klein- und Kindergartenkinder
Die Krabbelgruppe und der Kirchenspaß für Kinder mussten während der Kontaktbeschränkungen wie die anderen Gruppen pausieren. Es gab digitale Ersatzangebote in Form von kleinen Video-Kindergottesdiensten und einer Zoom-Konferenz. Außerdem haben wir Geschichten und Bastelangebote in der Kirche ausgelegt und am Wochenende vor dem Martinstag den Kirchvorplatz geschmückt, damit Familien dort Laterne laufen können. Im Spätsommer und Herbst gab es Krabbelgruppentreffen mit teilweise neuen Teilnehmer*innen. Auch der Kirchenspaß hat stattgefunden: Geschichte und Lieder draußen vor dem Gemeindezentrum, Bastelangebote drinnen an Einzeltischen. Das hat gut funktioniert und alle waren glücklich, sich wiederzusehen.

Kindertagesstätten
Die Kindertagestätten in Fahrenkrug und in der Kronsheider Straße werden von der Kirchengemeinde weiterhin seelsorgerlich und religionspädagogisch begleitet. Die Trägerschaft ist vor einigen Jahren an den Kirchenkreis übertragen worden. Die Kirchengemeinde nimmt mit einem Vertreter weiterhin an den jeweiligen Beiratssitzungen teil.
In diesem Jahr fand eine Kinderbibelwoche in der KiTa in Fahrenkrug statt, viele andere Pläne mussten aus Coronagründen auf das nächste Jahr verschoben werden.

Evangelische Jugend
Es sollte wie jedes Jahr viele regelmäßige Gruppenangebote geben, für Kinder von 6-12 Jahren, für Jugendliche ab 12 Jahren, Projekttage für Kinder. Corona bedingt haben aber viele nicht stattfinden können, im Laufe des Jahres wurden aber doch einige im eingeschränkten Maße durchgeführt und über Zoom veranstaltet
Das gleiche gilt auch für die Aus- und Fortbildung. Die Teamerschulung findet seit November als Zoomkonferenz statt. Andere Fortbildungsmaßnahmen mussten leider ausfallen.
Schweren Herzens wurden auch die Osterfreizeit in Hartenholm und auch das Zeltlager im Sommer abgesagt. Dafür wurde Ferienaktionstage angeboten, natürlich mit einem ausgefeilten Hygienekonzept.
Im Sommer waren die Bedingungen dann etwas besser und die Ferienbetreuung für Kinder von 6-12 Jahren konnte in einer Woche angeboten werden.
Es gab viele Aktionen: der Jugendausschuss tagte dreimal. Es konnte noch im Dezember die große Weihnachtsparty mit 104 Gästen stattfinden. Bis März gab es Angebote für die offene Ganztagsschule. Es gab das Richtfest für das Universalgebäude und dann wurde es im August eingeweiht und bezogen. Das Waldfest wurde mitgefeiert. Der ehemalige Zeltkeller konnte dann zu einem „Lieblingsraum“ umgestaltet werden.
17 neue Teamer wurden eingesegnet und wir haben Lasse Ruge als FSJler und Anna Sichting als FSJlerin gewinnen können, auch sie wurden in einem Gottesdienst begrüßt.
Am GZ wurde natürlich gegrillt und gespielt und geredet und vieles mehr. Die Aktion „Homerun“ im Oktober war ein voller Erfolg.
Die Jugend verspricht, auch im neuen Jahr wieder aktuell, frisch und optimistisch zu bleiben.

Konfirmandenunterricht
Die Konfirmationen mussten im ersten Lockdown ausfallen. Lange war nicht klar, ob und wann sie stattfinden können. An fast allen Wochenenden in den Monaten August und September wurden die Konfirmationen mit großem Einsatz der Mitarbeitenden Frau Clement und Herrn Polzin, vieler ehrenamtlicher Helferinnen und –helfer, der PastorInnen Smets und Kristoffersen durchgeführt.
Das geschah in Kleingruppen mit zwei bis vier Konfirmand*innen und ihren Familien. Die meisten Konfirmationen fanden draußen statt, einige wenige auch in der Kirche, meistens vier pro Samstag. Sie waren kürzer und persönlicher als gewohnt, draußen mit Klaviermusik und Gesang und immer mit ausführlichem Fototermin vorher.
Es war eine große Freude, die besonders darin Ausdruck fand als zwei Konfirmanden ein handgemaltes Schild mit dem Wort „Danke!“ mitbrachten und hochhielten.
Die neuen Konfirmandinnen und Konfirmanden sollten dann im Mai mit dem Unterricht starten, nachdem die Anmeldung im Februar noch ganz normal stattgefunden hatte. Auch das musste kreativ umgesetzt werden. Zunächst erhielten die Konfirmandinnen und Konfirmanden eine Videobotschaft. Sie selbst drehten kleine Videofilme und stellten sich selbst vor. Sie erkundeten selbstständig die Kirche und bastelten sich eine Kerze und eine Kleine Box, um darin wertvolle Dinge aus dieser Zeit aufzubewahren. Es gibt nun fünf kleine Gruppe mit höchsten 15 Teilnehmern (inklusive Pastores), die wie in der Schule in Kohorten zusammenbleiben und sich einmal im Monat für eine Stunde treffen. Für die Wochen bis zum nächsten Treffen gibt es dann eine Aufgabe, die wiederum selbständig erledigt werden kann. Die Konfirmanden meldeten sich in der KonApp an, einer App, die es ermöglicht in der Gruppe miteinander zu reden, Dinge auszutauschen und in Kontakt zu den Pastores zu bleiben.
Auch die Konfirmationen dieser Gruppe sind in Absprache mit allen Eltern noch nicht festgelegt, weil durch Corona die Planung äußerst vage wäre. Angedacht ist aber wieder die Zeit nach den Sommerferien 2021.

Kirchenmusik
Auch die Kirchenmusik konnte zum großen Teil nur LS Homeoffice angeboten werden. Es gab im ersten Lockdown Videochats mit Chormitgliedern und dem Pastorenteam und digitale Projekte wurden entwickelt. Im „Sing to hope Chor“ konnte man jede Woche ein neues Lied über Youtube einüben.
Es gab einen Chor in der Cloud, wo es Kirchenmusikbeiträge gab, die Kirchenwebsite wurde daraus versorgt. Es gab Videoaufnahmen mit Klavier und Orgel, die ebenfalls ins Netz gestellt wurden. Ein Stimmbildungsvideo war für die Chormitglieder verfügbar. Zu Ostern wurden die mobilen Gottesdienste von einzelnen Mitgliedern des Posaunenchors, zum Teil 30m hoch über Wahlstedt im Korb des Feuerwehrwagens, begleitet. Ein Multiscreen-Videoprojekt für alle Chormitglieder wurde mit großer Freude durchgeführt.
Dank des großen technischen Verständnisses unseres Kirchenmusikers Daglef Polzin konnten viele Gottesdienste ab Juli mit mehreren Kameras aufgenommen, geschnitten und auf die Website hochgeladen werden. Auch Gottesdienste für die Konfirmandengruppen und ein Weihnachtsvideo für Altenheime gehörten dazu, Podcasts mit den Pastores und Kirchenmusikblogs. Die Jungbläser übten für ein Video im digitalen Adventskalender
Nach den Sommerferien waren Gottesdienste und Amtshandlungen wieder erlaubt, Orgelmusik auch, gemeindliches Singen blieb verboten. Daraus ergaben sich viele musikalische Sonderwünsche in den Trauerfeiern.
Nach Befragung der Mitglieder der Chöre wurde beschlossen, keine Proben stattfinden zu lassen, es gab zu viel Angst, sich doch anzustecken, die Abstände zum MitsängerInnen waren viel zu groß in der Kirche, um effektiv im Chor zu singen. Doch dafür wurden regelmäßige Treffen bis zum Jahresende geplant. Seit dem 2. Lockdown fanden die Treffen dann im Zoom-Videochat statt.
Der Kinderchor probte im Sommer viel draußen, der Posaunenchor in der Kirche, die Jungbläserschulung fand statt, zuerst als Einzelunterricht. Ab August war die Zusammenführung aller JungbläserInnen in dem neuen Jugendposaunenchor geplant. Da im 1. Lockdown die Proben ausfielen, geht der Unterricht solange weiter, bis es wieder erlaubt ist, in Gruppen zu proben. Die Blöckflöten-Gruppen unter der Leitung von Frau Roggmann fand nicht statt.

Angebote für Senioren
Senioren spielen in unserer Kirchengemeinde eine wichtige Rolle. Sie sind sehr oft ehrenamtlich für uns tätig, in diesem Jahr waren Sie eine große Hilfe, indem sie halfen den Kontakt zu den Seniorinnen und Senioren nicht zu verlieren. Wir danken hier besonders Frau Dehmel, Herrn Dehmel, Frau Pohl, Frau Schmidt, Frau Bier, den Bezirksfrauen und allen, die zum Gelingen der Seniorenarbeit beitragen.
Die Seniorinnen und Senioren wurden in der Lockdownzeit im Frühjahr, so oft es möglich war, angerufen, bekamen Briefe und kleine Hefte, die die Verbindung zur Kirchengemeinde erhalten helfen sollten. Wenn es möglich war, wurden auch persönliche Besuche gemacht, aber viele Seniorinnen und Senioren hatten sich in diesem Jahr sehr zurückgezogen und wünschten keine Besuche von außen.
In den Sommermonaten fand auch die Seniorengruppe am Dienstag und das Treffen der Bezirksfrauen unter strengen Hygieneauflagen statt. Vieles wurde draußen veranstaltet, ein Spaziergang, gemeinsames Grillen, sich einfach zu treffen, das war ein großer Segen für viele.
Die Seniorenheime hatten aufgrund ihrer Hygienekonzepte die Tore geschlossen, sodass wir ein paar Mal vor den Türen einen kleinen Gottesdienst stattfinden lassen konnten. Allein das Haus Wahlstedt ermöglichte es Pastor Kristoffersen im Spätsommer Gottesdienste im „Atrium“ feiern zu können. Auch die Senioren im Heim und alle anderen Senioren bekamen einen ausführlichen Geburtstagsbrief. Dies sollte die persönlichen Besuche und das Geburtstagsfrühstück ersetzen.
Die Frühstücksgruppe und andere kleinere Seniorenangebote mussten lange Zeit ausfallen und konnten nur in der Mitte des Jahres zum Teil aufgenommen werden.
Viele Goldene und Diamantene Hochzeitsfeiern wurden auf das nächste Jahr verschoben oder fielen ganz aus, sehr traurig für alle Betroffenen, die lange auf so ein Fest hingelebt haben.

Ökumenische Männergruppe
Zwei Mitglieder wurden dieses Jahr beerdigt. Im Dezember 2019 war Henning Steinberg, ehemaliger Pastor Wahlstedts verstorben. Ein Großteil der Männergruppe begleitete eine Trauerfeier zusammen mit anderen Gemeindegliedern. Im Januar fand seine Besetzung in Wahlstedt statt. Als dann der erste schwere Lockdown stattfand, verstarb Wulf Resenhöft. Seine Beisetzung war nur im kleinsten Kreis möglich.
Peter Mohr und Alf Kristoffersen versuchten dieses Jahr zu gestalten. Die sonst üblichen Zusammenkünfte und Ausflüge, die schon 2019 geplant worden waren, beschränkten sich auf das im Sommer mögliche Minimum. Inhaltlich gab es eine Auseinandersetzung mit dem Wahlstedter Mahnmal durch Gespräche und einer Radtour über den „Geschichtspfad“. Als sich im zweiten Halbjahr wieder eine Lockdownphase abzeichnete, begann die Männergruppe Zoom-Treffen zu üben. Dies gelang schließlich sehr erfolgreich.

Friedhof
In diesem besonderen Jahr 2020 hatte der Betrieb auf dem Friedhof mit Personalknappheit durch corona-bedingte Freistellung sowie Langzeit-erkrankungen von Kollegen zu kämpfen. Dennoch wurde von Seiten der Friedhofsverwaltung in diesem Jahr in besonderem Maße versucht, den Friedhofsbesuchern durch eine möglichst ansprechende Pflege und Unterhaltung der Anlagen sowie durch diesmal extra üppige Blumenbepflanzungen Freude beim Aufenthalt und Spazierengehen auf unserem weitläufigen Waldfriedhof zu bereiten. So wurde z.B. zwischen Friedhofsverwaltung und Kirche ein neues Blumenbeet für Wechselbepflanzung angelegt, welches zu einem echten kleinen Hingucker geworden ist.
Durch den abermals sehr trockenen Sommer wurde wieder viel Zeit für das Wässern der Pflanzungen benötigt und wieder gibt es leider zahlreiche Dürreschäden in den Gehölzbeständen.
Im hinteren Bereich des Friedhofs wurde nach langem Vorlauf endlich ein kleiner Teil unseres umfangreichen Wegesystems durch eine Fachfirma saniert. Damit sind zumindest die schlimmsten schadhaften Wegeabschnitte instandgesetzt und können wieder gefahrlos genutzt werden. Die Sanierung weiterer Abschnitte wird abhängig von der zukünftigen Haushaltslage ins Auge gefasst.
Die für dieses Jahr in Eigenleistung geplante Fertigstellung einer weiteren Urnengemeinschaftsanlage musste hingegen unterbrochen werden. Je nach Personallage werden diese Arbeiten im kommenden Jahr wieder aufgenommen, um weiterhin ein vielfältiges Angebot der Bestattungsmöglickeiten anbieten zu können.

Bibelgarten
Der Bibelgarten wächst und gedeiht auch 2020 trotz Corona. Das ist der Verdienst der Bibelgärtner um Klaus Hornberger, die sich mit der Unterstützung des Gärtners Luther um die Pflanzen kümmern. Dieses Jahr wurde das Bewässerungsystem wieder auf Vordermann gebracht und das Pflanzschema der Lichtverhältnissen angepasst.

Öffentlichkeitsarbeit
Der Gemeindebrief wurde auch in diesem Jahr wieder von einem Redaktionsteam aus unserer Gemeinde gestaltet. Es besteht aus Christa Dittmann (Fotos, Layout), Katja Kuhlmann (Textredaktion), Sepideh Sattari (Grafikdesign, Layout) und Pastorin Anne Smets (Koordination, Textredaktion). Der Gemeindebrief erscheint ab sofort in dem Rhythmus: Anfang November, Anfang März und Anfang Juli.
Es gab Rundbriefe für Seniorinnen und Senioren, die Schaukästen wurden mit viel Liebe und gestalterischem Können mit immer neuen Plakaten über die Veranstaltungen unserer Gemeinde ausgestattet. Hier gehört ein besonderer Dank an Christa und Volker Dittmann, die diese Aufgabe für uns übernommen haben und viel Zeit und große Kreativität einbringen, um uns alle auf dem Laufenden zu halten. In der Kirche lagen sehr oft Predigten, Andachten, Geschichten oder kleine Mitgebsel aus.
Gleichzeitig wurde unsere Homepage in diesem Jahr zu einem wichtigen Informations- und Erlebnisort. Es gab aufgezeichnete Gottesdienste, Mutimpulse, Musikvideos, einen digitalen Adventskalender und vieles mehr zu entdecken.

Martinsmarkt
In diesem Jahr fand kein Martinsmarkt statt. Es wurde ein kleines Martinsfest auf dem Gelände des Universalgebäudes geplant, weil hier die Zahl der Besucher am einfachsten reguliert werden konnte. Doch die Durchführung war dann aufgrund der Bestimmungen nicht mehr möglich. So wurde am Martinswochenende spontan die ganze Kirche und der Vorplatz beleuchtet, damit Menschen dorthin mit Ihren Kindern spazieren konnten. Das war ein großer Erfolg und sehr schön anzuschauen.

Förderverein Christus-Kirche
Auch für den Förderverein brachen neue Zeiten an. Denn mit dem Ausfall von Martins- und Kleider- sowie Spielzeugmärkten brachen die Einnahmen deutlich ein. Ausgaben blieben für Jugend und Musik aber zum Teil noch bestehen. So mussten alle Anträge genau durchdacht werden und konnten auch nicht jedes Mal bewilligt werden. Zum Glück gibt es noch die Vereinsbeiträge der ca. 40 z. T. älteren Mitglieder. Dies bedeutet für die Zukunft – gerade in Zeiten extrem rückläufiger kirchlicher Geldmittel – neue Wege der Mitgliedergewinnung zu finden.
Besonders unterstützte der Verein zum Jahresende zwei Projekte:
- Die Schulen in unseren kenianischen Partnergemeinden Wandumbi und Komothai wurden mit einem Festbetrag gefördert, weil dort nahezu jede staatliche Hilfe durch Corona wegbrach.
- Die Kirchengemeinde gestaltete durch mehreren Banner und Flaggen mit der Aufschrift „Seid behütet“ das Gemeindegebiet als seelische Hilfe für alle Menschen. Dafür gab es auch eine großzügige Spende aus der Gemeinde.
Ein herzliches Dankeschön geht an die Vorstandsmitglieder Elise Lembke, Helena Isaak und Michael Bentin für ihre engagierte und kreative Arbeit.

Bauvorhaben
Die Kirchengemeinde Wahlstedt befindet sich mal wieder in einer Bauphase.
KG Anja Ruge setzte sich unermüdlich für die Durchsetzung des Bauantrages für das neue KiTa-Gebäude in der Kronsheider Straße ein. Für dieses außerordentliche und höchst kompetente Engagement, das viel Zeit und Kraft gekostet hat, spricht die Kirchengemeinde Wahlstedt einen großen Dank aus. Ohne den Einsatz von Frau Ruge hätte dieses Bauprojekt nicht realisiert werden können. Die Baugenehmigung liegt nun vor, die Finanzierung ist geklärt. Nun folgt eine Phase der Ausschreibungen und Sichtung der Angebote, bevor dann endlich mit dem Bau begonnen werden kann. Nun kümmert sich der Bauausschuss mit Hilfe des Bauingenieures Herrn Dittrich um die Umsetzung dieser Aufgaben.
Weiterhin muss das alte KiTa-Gebäude am Leben gehalten werden. Dafür sind regelmäßige Luftuntersuchungen und ein Lüftungskonzept nötig, das streng eingehalten wird. Der Keller wurde stillgelegt und die Dachrinnen gereinigt. Alle hoffen darauf, dass die neue KiTa bald gebaut werden wird.
Auf dem Gelände der ehemaligen KiTa An der Kirche wurde ein Universalgebäude errichtet. Es dient zur Lagerung der Zeltlagerausstattung und es gibt dort Räume, um auch das Außengelände als Abenteuerspielplatz nutzen zu können. Dieses Gebäude wurde im August mit einer kleinen Feier eingeweiht. Der Spielplatz nimmt nach und nach Gestalt an, zuletzt wurde eine Seilrutsche aufgebaut.
Die geplante äußerst preiswerte Instandsetzung der Wetterschutzhütte war angedacht durch eine Schülergruppe der Berufsförderzentrums. Leider ist dieses Vorhaben einstweilig der Pandemie zum Opfer gefallen. Es ist damit zu rechnen die Planung dazu 2021 wiederaufzunehmen.
Außerdem haben unsere Hausmeister die Ausgabebedingungen der Tafel im Carport an der Kleiderstube mit Licht, Wärmestrahlern und Windschutz verbessert.
Schließlich sind mit großer ehrenamtlicher Hilfe alle Lampen auf den Kirchvorplatz mit Steckdosen „aufgerüstet“ worden.

Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen
Wir haben einige neue Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen eingestellt. Lasse Ruge und Anna Sichting sind unsere neuen FSJlerInnen in der Jugend.
Herr Rauschenbach Junior arbeitet als Vertretung für Herbert Rauschenbach auf dem Friedhof.
Unser Prädikant Felix Meiborg wurde am 8.3.2020 in Rendsburg in einem feierlichen Gottesdienst mit Abendmahl zu seinem Dienst als Prädikant beauftragt.
Die Coronakrise hat auch die Mitarbeitenden vor immer neue Herausforderungen gestellt. Abstandsregeln bei der Arbeit auf dem Friedhof waren einzuhalten, alle Mitarbeitenden wurden mit den Hygienekonzepten der Gebäude vertraut gemacht. Mitarbeiterbesprechungen fanden oft als Zoom-Konferenzen statt. Einige Mitarbeitende, die über 60 Jahre alt und gesundheitliche gefährdet waren, wurden zeitweilig ins Homeoffice geschickt. Und natürlich musste der Publikumsverkehr im Kirchenbüro mit Maske und Abstand geübt werden. Was tatsächlich ziemlich gut gelang.

Kirchengemeinderat
Der Kirchengemeinderat tagt in der Regel elfmal im Jahr. Dazu kommen Ausschusssitzungen im Finanzausschuss, Bauausschuss, Gottesdienstausschuss, Öffentlichkeitsausschuss, Jugendausschuss, Musikausschuss, Friedhofsausschuss und im Ausschuss für die laufende Verwaltung.
In diesem Jahr kam der Coronaauschuss dazu, der sehr engagiert immer wieder die Handlungsempfehlungen unserer Nordkirche für unsere Kirchengemeinde umsetzen halfen.
Hannah Ralfs wurde in den KGR berufen, da Catharina Wendler aus dem KGR ausgeschieden ist. Wir wünschen Ihr alles Gute und Gottes Segen für ihre Tätigkeit in unserem Kirchengemeinderat.
Angesichts der coronabedingten Kirchensteuerausfällen war in diesem Jahr auch besonders der Finanzausschuss gefragt und musste oft tagen. Die Umstellung auf die kaufmännische Buchführung stellt nicht nur unsere Kirchengemeinde vor große Herausforderungen. Dies führte im zweiten Halbjahr sogar zu einer Haushaltssperre ab 50.-€.

Konfirmationen
2017 45 Konfirmanden
2018 51 Konfirmanden
2019 61 Konfirmanden
2020 55 Konfirmanden in 24 Konfirmationsgottesdiensten

Statistik der Amtshandlungen von Oktober 2019 bis Dezember 2020
Beerdigungen 120
Trauungen 3
Taufen 32
Kircheneintritte/Zugepfarrte 9

Wahlstedt, im Dezember 2020
gez.: Pastorin Brigitte Scheel
Vorsitzende des Kirchengemeinderates