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Ökumenische Männergruppe

Ökumenische Männergruppe

Eine Gruppe von Männern im Seniorenalter trifft sich monatlich zu:
- Begegnungen mit Gruppen anderer Konfessionen
- Besuche von Gottesdiensten anderer christlicher Kirchen, jüdischen und muslimischen Gemeinden
- Ausflüge mit Besichtigungen von Gotteshäusern, Museen oder Ausstellungen
- Gesprächsabende
- Kennenlernen andersartiger Liturgien

Bei Teilnahmeinteresse melden Sie sich bitte bei Peter Mohr (pemohr@outlook.de oder telefonisch unter 04551 908852 ).

Ökumenische Männergruppe auf dem Geschichtspfad zum Marineartilleriearsenal in WahlstedtAm 24. Sept. war es endlich wieder soweit. Nach langer Pause der Corona-Pandemie und dem schönen Sommer geschuldet traf sich die ökumenische Männergruppe erstmalig wieder zu einer Veranstaltung: „Wahlstedt – vom Dorf zur Stadt“. Unter diesem Motto führte die VHS-Vorsitzende Angelika Remmers eine Gruppe von elf Männern auf Fahrrädern durch das ehemalige Gelände des Marine-Artilleriearsenals-Wahlstedt, wobei hervorzuheben ist, dass der älteste Teilnehmer mit 87 Jahren noch sicher auf dem Fahrrad fuhr.Im Zuge der Wiederaufrüstung und Vorbereitung eines Angriffskrieges erfuhr das kleine Bauerndorf Wahlstedt eine gewaltige Militärinvestition durch die Kriegsmarine. Von 1937 bis in den Krieg hinein errichtete sie auf einem Gelände von gut 314 ha Fertigungsanlagen zur Herstellung und Wiederaufbereitung von Marineartilleriemunition. Die Munition und Fertigungsteile lagerten in 233 erdummantelten  Munitionshäusern im Segeberger Forst und waren mit den übrigen Gebäuden des Marineartilleriearsenals durch ein Schmalspurnetz von 52 km verbunden. Zum Kriegsende umfasste das gesamte Arsenalpersonal ca. 1.700 Menschen: Wachsoldaten, (Zwangs-)arbeiter und Kriegsgefangene.An den 12 Stationen des Geschichtspfads schilderte Frau Remmers eindrucksvoll die militärische Verwendung der jeweiligen Gebäude und deren zivile Nachkriegsnutzung ab 1947. Heute würde man sagen als „Start-ups“ gründeten sich neue Unternehmen in den Gebäuden, vor allen durch Flüchtlinge und Vertriebene, die in Wahlstedt eine intakte Gebäudestruktur und einen Gleisanschluss vorfanden. In den Umschulungswerkstätten des Landesarbeitsamtes Schleswig-Holstein wurden in den ehemaligen Arsenalgebäuden in der Zeit zwischen 1947–1954 5000 Männer in Handwerksberufen ausgebildet. Das Arsenal war unentdeckt geblieben und somit keiner Bombardierung durch die Kriegsgegner ausgesetzt gewesen. Noch heute werden 70 Gebäude durch Wahlstedter Unternehmen, Vereine und eine Kirchengemeinde genutzt, wobei Frau Remmers den vielfältigen Wechsel in der Nutzung in den Jahren 1947 bis heute erläuterte. Seinen krönenden Abschluss fand die Führung im Informations- und Dokumentationszentrum Marineartilleriearsenal im denkmalsgeschützten Wasserwerkbunker des Arsenals. Hier werden eindrückliche verschiedene Ausstellungen gezeigt: die Geschichte des Arsenals, die Industrieansetzung in Arsenalsanlagen, Flucht und Vertreibung und der Wiederanfang in der Nachkriegszeit. Exponate zu den Ausstellungen waren z. B. Loren der Schmalspurbahn, Geschoss-hülsen, Fluchtwagen, Druckmaschine, Fernsprecher, Industrieerzeugnisse aus der ersten Produktion und vieles mehr.In einer kleinen Gedenkstätte im Wasserwerksbunker wird mit Blumen und Kerzen der Zwangsarbeiter und Kriegsgefangenen gedacht, die im Arsenal als Arbeitskräfte eingesetzt wurden.Für einige Alt-Wahlstedter unter den Männern sind noch Kindheits- und Jugenderinnerungen mit dem Zustand des Arsenals seit Kriegsende verbunden, als sie als Neubürger nach Wahlstedt kamen. Den Männern wurde wieder bewusst, wie wichtig diese Erinnerungsarbeit unserer jüngeren Geschichte ist und verließen informiert und bewegt die Veranstaltung.Verantwortlich für den Text: Peter Mohr

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